So findest du den besten Online Broker für ETF

Suchst du noch den richtigen Online Broker für dein ETF-Portfolio? Oder denkst du über einen Wechsel nach?

In diesem Artikel stelle ich dir die wichtigsten Punkte vor, die du bei der Wahl deines Brokers beachten solltest.

Am Ende des Artikels findest du eine Liste mit den besten Online Brokern und ihren Vor- und Nachteilen.

 

Wähle den Broker nach deiner Investitionsstrategie

Bevor du dich auf die Suche nach einem Online Broker machst, solltest du dir vor allem die Frage beantworten:

Wie will ich überhaupt investieren bzw. welche Instrumente möchte ich in meinem Portfolio haben. Denn es gibt keinen Online Broker, der in allen Kategogien (z.B. ETF-Sparpläne, Aktien, Futures, Optionen, CFD’s etc.) gute Angebote hat. Falls du noch ganz am Anfang stehst, schau dir doch meinen Artikel an „Wie du in 4 Schritten ein eigenes ETF-Portfolio aufbaust„.

Wenn du dich dazu entscheidest vor allem ETFs über Sparpläne oder einzeln zu kaufen, solltest du auf die folgenden Punkte bei deiner Brokerwahl achten.

Gebühren

Gebühren sind ein wichtges Thema. Im Gegensatz zur Aktienmarktentwicklung kennen wir sie nämlich schon im Vorhinein. Außerdem fallen sie immer an, egal wie die Märkte laufen.

Wenn es um das Thema Gebühren geht, sind die Direkt- oder Onlinebanken klar im Vorteil. Und wenn du dich selbst um deine Finanzen kümmern willst, kannst du bestimmt auf die Beratung einer Filialbank verzichten.

Depotgebühren fallen bei Online Brokern nur noch in den seltensten Fällen an. Aktive Benutzung wird allerdings oft vorgeschrieben. Aber du hast ja auch vor zu investieren.

Ordergebühren fallen bei jedem Kauf von ETFs, Aktien oder anderen Produkten an. Hier wird zwischen Flatrates und volumenabhängigen Ordergebühren unterschieden. Hier solltest du überlegen welche Ordergrößen du normalerweise handelst. Als Kleinanleger können volumenabhängige Ordergebühren Sinn machen. Sobald deine Ordergröße ansteigt sind Flatrates aber meist günstiger.

Ich investiere einen Großteil meines Geldes über Sparpläne auf ETFs. Die Sparpläne investieren bei mir immer monatlich in mehrere ETFs. Deswegen achte ich stark auf die Sparplangebühren meines Brokers. Hier werden von den einschlägigen Direktbanken auch Flatrates oder volumenabhängige Gebühren angeboten. Wie auch bei den Ordergebühren bei einzelnen Käufen, kommt es hier auf dein bevorzugtes Volumen an, deine Sparrate.

Es gibt auch immer wieder Angebote, die kostenlose Käufe (Freebuys) oder kostenlose ETF-Sparpläne anbieten.

Es können noch weitere Gebühren anfallen, mit denen du erst im Laufe der Zeit als Kunde in Kontakt kommst. Deswegen solltest du immer das jeweilige Preis-Leistungs-Verzeichnis des Anbieters durchlesen und im Hinblick auf deine eigene Investitionsstrategie analysieren. Ein solcher Punkt sind z.B. Dividenden von ausländischen Aktien und ETFs. Einige Broker verlangen hier saftige Gebühren, die dir ein Großteil der Dividende wegfressen.

 

Angebote

So findest du den besten Online Broker für ETF

Fast jeder Online Broker versucht Neukunden mit verlockenden Angeboten zu ködern. Irgendwie müssen sie es ja versuchen der Konkurrenz die Kunden abzujagen.

Angebote sind beispielsweise kostenlose Sparpläne auf ETFs eines bestimmten Anbieters, gebührenfreie Produkte oder eine bestimmte Anzahl an Freebuys. Als Kunde ist das eine super Sache. Man muss sich aber bewusst sein, dass diese Angebote zeitlich begrenzt sind. So kann es z.B. passieren, dass der Broker die Aktion für kostenlose Sparpläne deines ETF-Anbieters beendet. Somit steigen deine Kosten auf einen Schlag an.

Angebote sollten also nicht das entscheidende Kriterium bei der Wahl deines Brokers sein. Sieh es lieber als „nice to have“. Viel wichtiger ist es, dass du mit den Standardleistungen zufrieden bist.

 

Produktauswahl

Die Produktauswahl ist ein wichtiger Punkt. Denn du musst in der Lage sein, deine Investitionsstrategie bei deinem Online Broker umzusetzen. Stelle also sicher, dass du die ETFs für deine Asset-Allocation bei dem Broker handeln und ggf. als Sparplan besparen kannst.

Besonders in der Auswahl der ETFs für Sparpläne unterscheiden sich die verschiedenen Broker deutlich. Ein großes Angebot ist zwar wünschenswert, aber vor allem kommt es darauf an, ob der Broker genau deine ETFs anbietet.

 

Einstellmöglichkeiten bei Sparplänen

Beim Couch-Investing sollst du möglichst wenig Aufwand haben. Das erreichst du durch Automatisierung. Ein Sparplan automatisiert deine Investitionen und diszipliniert dich gleichzeitig zum Investieren und Sparen. Wenn du dich erst einmal daran gewöhnt hast regelmäßig zu Sparen und zu Investieren, gewöhnst du dich problemlos daran, weniger Geld zur Verfügung zu haben.

Jeder startet aus einer anderen Lebenssituation und somit unterscheiden sich die Investitionsstrategien. Bei den Einstellmöglichkeiten für Sparpläne solltest du also flexibel wählen können. Sparst du jeden Monat oder nur einmal im Quartal? Ist dir eine Ausführung am ersten eines Monats oder am 15. nach dem Gehaltseingang am liebsten? Genau diese Wahlmöglichkeiten sollte dein Online Broker anbieten.

 

Mindest- und Maximalsparrate

Mindestsparraten gibt es bei manchen Anbietern schon ab 25€ pro Monat. Das bietet sich natürlich für Investitionsanfänger an. Viele Anbieter wollen aber eine Mindestrate von 50€.

Hantiert man bei seinen Sparplänen mit mehreren Tausend Euro monatlich, sollte man sich auch über Maximalsparraten Gedanken machen. Diese fangen teilweise schon ab 1000€ an. Bei anderen wiederum kann man sechsstellige Beträge besparen.

 

Lastschrifteinzug

Viele Online Broker geben dir die Möglichkeit dein Geld für den ETF-Kauf im Sparplan durch Lastschrifteinzug von deinem Referenzkonto (z.B. deinem Gehaltskonto) abzubuchen. Das hat den Vorteil, dass du nicht immer daran denken musst das Geld zu überweisen oder einen Dauerauftrag bei deiner Bank zu starten. Bei einigen Anbietern gibt es aber Maximalsummen, die du per Lastschrift besparen kannst. Deswegen solltest du dich im Vorhinein darüber informieren. Ein weiterer Vorteil vom Lastschrifteinzug ist, dass du somit kein Guthaben auf deinem Kundenkonto vorhalten musst. Somit bist du nicht von Negativzinsen betroffen, die von den Banken erhoben werden können.

 

Ausführungsintervalle und Ausführungstage

Alle von mir untersuchten Online Broker bieten als Ausführungsintervalle monatlich und quartärlich an. Zweimonatlich oder halbjährlich gibt es nicht bei allen. Die Ausführungstage sind uneinheitlich. Der erste und 15. Tag eines Monats werden aber häufig angeboten.

 

Dynamisierung

Durch eine Dynamisierung kannst du automatisch deine Sparrate erhöhen. Rechnest du z.B. jährlich mit einer Gehaltserhöhung um 5%, kannst du das auch in deinem Sparplan als Dynamisierung einstellen. Ob man das automatisch oder aktiv machen möchte ist Geschmackssache.

 

Automatische Wiederanlage der Ausschüttungen

Die Automatische Wiederanlage der Ausschüttungen kann dir die Arbeit erleichtern, wenn du Dividenden direkt wieder investieren möchtest. Hier solltest du aber genau überlegen, ob das Sinn macht. Besparst du z.B. einen ETF, der dir eine Dividendenzahlung von 5€ pro Quartal liefert und du zahlst pro ETF-Kauf 2,50€ macht es wenig Sinn diese Option zu nutzen. Wenn du einen kostenlosen ETF-Sparplan hast, ist das praktisch.

 

Einlagensicherung der Depotbank

Die Einlagensicherung der Depotbank ist nur dann von Interesse, wenn du vor hast mehr als 100.000€ auf deinem Verrechnungskonto zu halten. Die EU-weite gesetzliche Einlagensicherung gilt nämlich nur bis 100.000€ pro Person. Einige Banken sind zusätzlich aber noch im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. In diesem Fall richtet sich die Einlagensicherung nach dem haftenden Eigenkapital der jeweiligen Bank, kann also mehrere Millionen Euro betragen

Deine ETFs oder Aktien sind aber gegen den Zugriff von Gläubigern im Insolvenzfall der Depotbank geschützt. Diese werden von der Bank nur verwahrt und dürfen nicht verkauft oder verpfändet werden.

 

Die besten Online Broker für dein ETF-Portfolio

 

Broker Info Vorteile Nachteile
flatex* Konto führt die biw Bank aus Frankfurt am Main niedrige Gebühren-Flat, großes ETF-Angebot und kostenlose Sparpläne auf Comstage und ab Juni17 x-trackers Negativzinsen (kannst du aber mit Lastschrifteinzug bei Sparplänen umgehen)
Consorsbank* ist eine Marke der fanzösischen BNP Paribas umfangreiche ETF-Auswahl, volumenabhängige Gebühren gut für Kleinsparer, kostenlose Sparpläne auf Comstage und Lyxor volumenabhängige Gebühren schlecht für Großsparer
comdirect* gehört zu 81% der Commerzbank umfangreiche ETF-Auswahl, volumenabhängige Gebühren gut für Kleinsparer, kostenlose Sparpläne auf Comstage und Lyxor volumenabhängige Gebühren schlecht für Großsparer
Onvista Bank* gehört zur OnVista Group aus Frankfurt am Main alle Sparpläne kostenlos nur 80 ETFs zur Auswahl, rel. hohe Gebühren bei Einzelkäufen
S Broker* der Online Broker der Sparkassen sehr umfangreiche ETF-Auswahl, kostenlose Sparpläne auf ETFS, Deka, Comstage die höchsten Standardgebühren bei Sparplänen und Einzelkäufen im Vergleich
maxblue* der  Online Broker der Deutschen Bank großes Angebot an kostenlosen Sparplänen auf db x-trackers ETFs rel. hohe Gebühren bei Sparplänen und Einzelkäufen
1822direkt* 100%ige Tocher der Frankfurter Sparkasse umfangreiche ETF-Auswahl, kostenlose Sparpläne auf Comstage rel. hohe Fixgebühren bei Sparplänen und Einzelkäufen
ING-DiBa* ist ein Tochterunternehmen der niederländischen ING Groep volumenabhängige Gebühren gut für Kleinsparer kleine ETF-Auswahl, keine kostenlosen Sparpläne, rel. hohe Gebühren

*Bei den Links handelt es sich um Affiliate-Links. Wenn du nach dem Klicken ein Konto bei dem Broker aufmachst, bekomme ich eine Provision. Dir entstehen natürlich keine zusätzlichen Kosten.

Weitere Vergleichsmöglichkeiten hast du auf justETF.

 

Fazit

Im Internet und Fernsehen wirst du überflutet mit „verlockenden“ Angeboten der Online Broker. Jeder bietet dir aber ein etwas anderes Angebot. Das Resultat: Du weisst nicht für welchen Broker du dich entscheiden sollst.  In diesem Artikel habe ich die wichtigsten Leistungen erklärt, die dir ein Broker bieten sollte. Im Endeffekt kommt es aber darauf an, dass er zu deiner Investitionsstrategie passt. Bist du nach einer Zeit nicht mehr zufrieden ist ein Wechsel aber auch kein großes Problem. Überlege also nicht zu lange. Viel wichtiger ist es deine eigene Strategie zu finden und loszulegen!

 

Welchen Broker nutzt du und was sind deiner Meinung nach  die wichtigsten Punkte bei der Brokerwahl? Ich freue mich über deine Kommentare!

 

 

Hast du noch keinen Broker für dein ETF- oder Aktien-Portfolio? Dann schau Dir doch flatex (Affiliate-Link) oder OnVista (Affiliate-Link) an. Mit den beiden habe ich auch gute Erfahrungen gemacht und sie sind laut justETF die günstigsten Online-Broker für ETF-Sparpläne.

Willst du dich mehr in die Themen Investieren, private Geldanlage oder Persönlichkeitsentwicklung einlesen. Dann ist bei meinen Buchempfehlungen für dich bestimmt etwas dabei.

 

Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Artikel!

Entspannte Grüße

Dein Roland

6 Gedanken zu „So findest du den besten Online Broker für ETF

  • 22. Mai 2017 um 21:45
    Permalink

    Hi,
    ein kleiner Fehler in deiner LIste:
    OnVista wurde im April von Comdirect aufgekauft, weswegen diese auch zur Commerzbank mehr oder weniger gehört.
    Ich habe mich für den Kauf für die DKB entschieden (kommt bei dir leider gar nicht vor). Da ich stets ein paar Monate warte, bis ich wieder 9000 Euro habe und dann dort kaufe, wo ich Rebalancieren muss, ist das supereinfach und für 10 Euro Ordergebühr ziemlich günstig (Über 10.000 euro kostet dann 25).
    Zusätzlich habe ich noch ein Depot bei der Comdirect, wenn ich mal was Kaufen will, was es bei der DKB nicht gibt – wie mein Rohstoff-ETF.
    LIebe Grüße,
    Tobias

    Antwort
    • 23. Mai 2017 um 00:23
      Permalink

      Hi Tobias,

      stimmt OnVista wurde von comdirect gekauft. Aber soweit ich das sehe haben sie trotzdem noch unterschiedliche Angebote, was ihr Depot angeht. Das kann sich in Zukunft aber ändern.
      Das DKB Angebot schau ich mir mal an. Eventuell baue ich das noch in die Liste ein. Danke für den Tipp!

      Beste Grüße

      Roland

      Antwort
  • 23. Mai 2017 um 10:27
    Permalink

    Wenn man schon genau auf die Kosten achtet, sollte man auch die „versteckten“ Kosten nicht vernachlässigen.
    Bei der Consorsbank werden Sparpläne beispielsweise immer morgens um 8:30 Uhr an der Börse München ausgeführt. Zu dieser Zeit ist der Spread dort logischerweise ziemlich groß und man zahlt in der Regel einen höheren Preis als an vergleichbaren Handelsplätzen (während der üblichen Handelszeiten).
    Wenn der Sparplan kostenlos ausgeführt wird, der Kaufpreis aber geschätzt 1-2% höher liegt als anderswo, hat man am Ende nichts gewonnen.

    Dieses Problem wurde auch schon beim Finanzrocker am Rande eines Artikels thematisiert: https://finanzrocker.net/mein-finanz-setup-3-aktiendepots-bei-direktbanken/

    Wie es bei anderen Brokern im Detail läuft, weiß ich nicht. Vielleicht können andere dazu was beitragen.

    Antwort
    • 23. Mai 2017 um 23:16
      Permalink

      Hallo Nordleuchte,

      das ist auch noch ein wichtiger Punkt. Eine Ausführung um 8:30 klingt wenig sinnvoll, da läuft ja der XETRA-Handel noch gar nicht.

      Wäre über nähere Infos dankbar, dazu habe ich leider fast nichts gefunden.

      Viele Grüße

      Roland

      Antwort
      • 24. Mai 2017 um 09:34
        Permalink

        Hallo Roland,

        im Consors-Forum gibt es einige Diskussionsfäden dazu, wo ein paar Hartgesottene sich nicht mit den marketinglastigen Aussagen der Kundenbetreuer zufrieden geben wollen, z.B. hier https://wissen.consorsbank.de/t5/Sparen-Anlegen/Sparplan-Lyxor-ETF-das-grenzt-an-Abzocke/td-p/42913

        Grob zusammengefasst sagen die Kundenbetreuer, dass man die kostenlosen Sparpläne als Teil eines Gesamtpakets sehen muss. Eine Änderung sei zwar geplant, werde aber nicht mit hoher Priorität vorangetrieben.

        Letztlich muss sich vielleicht vor Augen führen, dass die Broker von kostenlosen Sparplänen auch nicht leben können und versuchen, an anderer Stelle ihre Kosten zu decken. Das geschieht dann möglicherweise, indem mit einzelnen Börsen Abmachungen hinsichtlich der Ausführung von Sparplänen gemacht werden und auf diese Weise wieder Geld zurückfließt.

        Antwort
        • 25. Mai 2017 um 00:11
          Permalink

          Hi Nordleuchte,

          danke für die Info. Das klingt wirklich nicht ganz sauber. Vor allem wenn auch kostenpflichtige Sparpläne betroffen sind.

          Viele Grüße

          Roland

          Antwort

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